Foto: Steffen Hieber

Focusing

Selbsthilfe & Therapie aus dem Körper

 

 

 

"FOCUSING NENNE ICH DIE ZEIT,

IN DER MAN MIT ETWAS IST, DAS MAN KÖRPERLICH SPÜRT,

OHNE SCHON ZU WISSEN WAS ES IST."

(Gene Gendlin)

 

 

Immer mehr Therapeut*innen integrieren Focusing und das Konzept des Felt Sense in ihre Arbeitsweise. Immer mehr Menschen entdecken Focusing als Hilfe bei persönlichen Problemen, Entscheidungen, oder zur Entspannung. Aber was ist Focusing eigentlich?

 

Eugene Gendlin, österreichischer Philosoph, Psychotherapeut und Mitarbeiter von Carl Rogers, machte bei einer Studie an der Universität von Chicago eine interessante Beobachtung: Patienten, die das was sie sagten, auch mit dem damit verbundenen Gefühl abglichen, machten in der Therapie bessere Fortschritte als diejenigen, die nur kognitiv über ihr Problem sprachen. Die Patienten gerieten dabei immerwieder verbal ins Stocken, hielten inne und korrigierten das Gesagte solange, bis es das Gefühlte stimmig ausdrückte.

Allein dieser stimmige Ausdruck verschaffte spürbare Erleichterung. Zudem konnte unter Einbeziehung des Körpers gezielter an dem gearbeitet werden, um was es im Kern ging, was zu spürbaren Veränderungen führte. 

 

Dieser körperlich wahrgenommenen, zunächst unklaren Empfindung, die einen Sinn oder eine Bedeutung in sich trägt, gab Gendlin den Namen „Felt Sense“ (gefühlter Sinn / gefühlte Bedeutung). Die Arbeit am Felt Sense gliederte er in sechs Schritte und nannte sie „Focusing“.

 

 

 

"ES GIBT EIN KÖRPERLICHES WISSEN - OHNE WORTE"

(E. Gendlin)

 

 

Focusing findet Anwendung in unterschiedlichen Bereichen:


- zur Selbsthilfe bei persönlichen Problemen
- zur Selbstfürsorge bei Belastung (Burnout-Prävention - oder Nachsorge)
- als sanfte Begleitung psychotherapeutischer Prozesse
- als Achtsamkeitsübung
- bei beruflichen Fragen (z.B. zur Entscheidungsfindung)
- in der spirituellen Praxis (Meditation, Seelsorge)
- als Quelle der Kreativität